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Aktfotografie von Klaus Ender

Klaus Enders Sicht auf Schönheit und Vergänglichkeit

 

Ein Altmeister der Aktfotografie der DDR zeigt noch bis August seine Bilder in der Galerie Kunstkeller in Dresden. Seine Arbeiten kennt man vor allem aus dem „Magazin“, einer kleinen Monatszeitschrift für Liebhaber, die es auch heute noch gibt. Der monatliche Akt war dabei für Viele Kaufgrund.

Ende der siebziger Jahre siedelte Ender mit seinem ehemaligen Modell und jetziger Ehefrau um nach Österreich und begann von dort eine international orientierte Karriere.

Die Ausstellung „Akt mit Takt“ umfasst 70 Fotografien aus der Zeit zwischen 1966 und 1980.

Auf den auschließlich s/w-Arbeiten wird die Schönheit gepriesen, wohlgemerkt aus der Sicht des Fotografen:

 

Man hat mir oft vorgeworfen, warum meine Mädchen so jung waren. Und da hab ich ihnen gesagt, dass wir alle eine Lebensspanne haben, die wir durchgehen, und es ist die kürzeste, in der die Schönheit dominiert. Wir leben also mit dem Untergehen der Natur und dem Wiederkommen und das wollte ich auch bei meinen Bildern zum Ausdruck bringen.“

Klaus Ender, 24.4.2018 Galerie Kunstkeller

 

Es dominiert Maritimes. Der Ostseestrand, zur damaligen Zeit für alle Anhänger der Freikörperkultur ein Paradies, bildet Hintergrund und Hauptschauplatz.

Schön sind sie anzusehen, die Mädchen, in ihrer Natürlichkeit.

Dass die Bilder aus dieser Zeit Zeit-los erscheinen, spricht für die Fotokunst von Ender.

 

Seiner Auffassung von Schönheit einer Frau jedoch wurde das weibliche Perfomanceduo zur Eröffnung seiner Ausstellung offenbar nicht gerecht.

Umrahmt vom Kulttitel aus dem 1980er DEFA-Film „Solo Sunny“ zeigte es Mut zur Nacktheit auch jenseits der 50.

Der Altmeister demonstrierte dazu schweigend Unverständnis.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Antje Herrmann (Mittwoch, 02 Mai 2018 21:34)

    Oh, Hut ab für diese tolle Rezension!
    "er demonstrierte schweigend Unverständnis" ist wunderbar diplomatisch ausgedrückt für: "als wir ihm nach unserer Darbietung die Hand reichten und unserer Hoffnung Ausdruk gaben, dass es ihm gefallen habe, schaute er angestrengt an uns vorbei und gab vor, uns gar nicht zu bemerken."

  • #2

    Gabriela Ender (Mittwoch, 06 Juni 2018 10:03)

    Liebe Antje!
    Ihren Kommentar kann ich nicht nachvollziehen. Mein Mann und ich haben nach der Vernissage ein sehr freundliches Gespräch mit Ihnen beiden geführt und uns für die interessante Darbietung bedankt.
    Ob jung oder älter ist eine Frage der künstlerischen Auffassung, keine Wertung.
    Was Sie als "angestrengt vorbei sehen" empfunden haben mögen, ist wohl eher seiner Parkinson-Erkrankung geschuldet.
    Also nochmals vielen Dank und liebe Grüße an Sie beide....

  • #3

    Antje Herrmann (Samstag, 09 Juni 2018)

    Liebe Gabriele,
    das liest sich für mich, als ob ich der Krankheit Ihres Mannes unempathisch gegenüberstehe. Das kann ich so nicht stehe lassen, denn so bin ich nicht, Deshalb habe ich mich entschlossen, zu antworten. In der Hoffnung, dass das hier nicht zu einem Schlagabtausch mutiert.
    Ein freundliches Gespräch haben lediglich Sie und ich VOR der Vernissage geführt.
    Die Rede Ihres Mannes, die ich backstage gehört habe, hat mich geschockt. Er hat sinngemäß gesagt, dass die Schönheit des weiblichen Körpers nur sehr kurzzeitig währt, etwa zwischen zwanzig und dreißig und er deshalb Frauen in dieser Lebensphase fotografiert hat. Das ist sein gutes Recht, das so zu sehen und zu tun. Nur wäre ich mit meinem 53 Jahre alten Körper nicht zu seiner Vernissage aufgetreten, wenn ich das vorher gewusst hätte. Dass ich es trotzdem getan habe, hat mit Freundschaft, Respekt und Loyalität gegenüber dem Galeristen Volkmar Fritzsche und dem Publikum des Kunstkellers zu tun, die eine völlig andere Sichtweise haben.
    Und dass Ihr Mann nach der Vernissage zu einer 20jährigen Besucherin gesagt hat, er hätte eigentlich gedacht, dass Sie tanzen würde, hat sicher nichts mit Parkinson zu tun.
    Ich finde es auch nicht schlimm, dass Ihr Mann das so empfindet, es war nur eine unangenehme Situation für mich als Performerin, zumal ich so etwas im Kunstkeller bisher nicht erlebt habe und somit nicht erwartet habe.
    Egal, ich bin um eine Erfahrung reicher!

    Wir beide treffen uns bei Ihrem Satz: "Ob jüger oder älter ist eine Frage der künstlerischen Auffassung. Keine Wertung!"

    Für Sie und Ihren Mann auch alles Gute und viele Grüße