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Selig, 7.4.2018 in Dresden

"Jetzt haben wir diesen Zustand erreicht!" und damit meint Jan Plewka nicht nur die grandiose Stimmung in der Reithalle, sondern auch seinen und der Musiker der gleichnamigen Band SELIG. Die Hamburger haben gerade im letzten Jahr ein neues Album veröffentlicht und sind nun damit auf ("Kashmir"-)Karma-Tour.

Während sich die Reit-Halle in der Straße E langsam, wie in Zeitlupe zu einem verabredeten Flashmob füllt,  erklingen die ersten Riffe des Auftaktliedes der neuen Platte: "Unsterblich".  Mit  u.a. "Alles ist Nichts", "Nimm mich so wie du bist", "Feuer und Wasser (für alle)" und "Kashmir Karma"  folgen darauf fast alle Titel der neuen LP. Und bald vermischt sich Neues mit Altem und es scheint kaum mehr möglich zwischen Titeln aus den Anfangszeiten der Band und dem kürzlich entstandenen Material zu unterscheiden. SELIG haben sich nicht neu erfunden, sondern sind sich treu geblieben. Die Songs, die im hohen Norden, in Schweden, entstanden und produziert worden sind, haben eine gewohnt melancholische Schwere, beschwören vielfach eine etwas düstere Romantik. Starke Gitarrenriffs, begleitet von dunklen Bassnoten betonen die Urwüchsigkeit der rocklastigen Lieder. Und dazu bekennt sich der Sänger, dessen Texte die musikalischen Vorgaben unterstreichen. Die Fans danken ihm dafür und teilen mit ihm "Ist es wichtig? So richtig wichtig ist es nicht." - er ist  ihr "DJ" .  Einer, der es schätzt, dass die Leute heute "offline" zu seinem Konzert gekommen sind. Und vorallem richtig wichtig ist Jan Plewka, dass alle freundlich miteinander umgehen: "Empathie und Handeln, Solidarität: das braucht die Welt" und keinen politischen Plastikmüll .

Und damit auch der Letzte es begreift, kommt nach der 3. Zugabe ein Unplugged-Song "Regenbogenleicht"

Sei gut und nicht zu heilig
Schmeiß dein Herz nicht in den Staub
Halt deinen Kopf voller Scherben
Wenn ich dir Luftschlösser bau
Regenbogengleicht

 

Es wäre schön, wenn demnächst oder in einigen Jahren SELIG  aus der Finsternis wieder  auftauchte, so der Wunsch Aller nach diesem intensiven Konzert:

Wir werden uns wiedersehen,
vielleicht nur um zu verstehen,
dass das Leben an sich,
manche Wunder verspricht,
ob du's glaubst oder nicht,

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