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Mit vollen Hosen sitzt man weicher

Am Freitag saß  Autor und Kabarettist Philipp Schaller auf einem harten Stuhl. Neben einem kleinen Tisch war dies einziges Requisit auf der Bühne des Dresdner Kabaretts Breschke und Schuch. Damit hat man es nicht leicht. Nicht als Akteur und nicht als Publikum. Denn es bedeutet Fokussieren, Konzentrieren auf der Bühne und Zuhören, Konzentrieren davor. Man kann auch nicht sagen, dass Anschnallen geholfen hätte. Denn vor dem politischen Tagesgeschehen kann Keiner davonlaufen. Ein Autor, der sich dem politischen Kabarett verschrieben hat, kann das erst recht nicht.

So lieferte Philipp Schaller sein erstes Soloprogramm von fast 2stündiger Länge mit Bravour ab. Locker darüber philosophierend, was der "richtige" Anfang für sein Programm sein könnte, gelangte er von Trumpschen Seitenhieben hin zur geschmähten Flüchtlingsfrage. Als sich erklärender "Gutmensch" beleuchtete er wort- und geistreich uns umgebende und medial in den Fokus gerückte Themen.

War der erste Teil noch (im besten Sinne) agitatorischer Art, stand im zweiten Teil die private Misere zur Debatte, die da wäre: Gartennachbar Lutz, der lieber selber die Köpfe unter Wasser tauchen würde, Sohn Karl-Josef, der mit der gymnasialen Empfehlung noch mal Glück hatte in Hinblick auf seinen Lebenslauf. Außerdem beschäftigt den besorgten Vater das Verstauen der Schuhkartons, die der Sprößling  für die Schule zu jeglichem Thema gestalten muss und ob für eine etwaige Flucht dann etwa ein größeres Auto von Nöten sei.

Und überhaupt stellt er die Frage: Warum hat Frau Merkel in ihrer Neujahrsansprache den Begriff Frieden nicht erwähnt?

Diesen Mangel hatte weder das erstaunte Publikum auf dem Schirm, noch konnte der Autor sie beantworten.

Aber eine Antwort hatte er dann doch noch, nämlich die, wie man am besten ein Kabarettprogramm beginnen und beenden könnte:

"Frieden wäre ein guter Anfang -  und Frieden wäre ein gutes Ende" - Zitat Philipp Schaller, deutscher Kabarettist

So wollte es der Künstler auf Facebook gepostet sehen. Und wenn nicht dort, dann eben hier.

Es war ein Vergnügen ihm beim Agieren auf der politischen Kabarettbühne zuzusehen.

Dies wird am 4. und 25. April im Kabarett Breschke und Schuch wieder möglich sein und wird von mir dringend empfohlen.

Denn: weich sitzen kann man zu Hause.

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