Freiheit der Kunst NEUE ART in Dresden

Betrachtung Freiheit der Kunst
zu NEUE ART – die Kunstmesse, Dresden, 5.-7.Januar 2018

Welche Art von Freiheit ist gemeint, wenn Künstler des Künstlerbundes in Dresden in dieser beschnitten werden?
Die Teilnahme der Mitglieder an der Messe NEUE ART war vom Künstlerbund nicht erwünscht. Warum eigentlich?
Eine Nichtbewerbung auf Grund eines Konzeptes mit folgender
Grundidee dahinter: Jeder Bewerber ist für sich selbst und das Gezeigte verantwortlich, was in diesem Fall heißt: mehr Freiheit für das Verständnis des Kunstbegriffes.
Meint das die Verantwortung des Ausstellers gegenüber dem Besucher? Oder ist damit gemeint dem Besucher die Verantwortung dafür zu überlassen, was er als Kunst sehen will?
Dahinter steht ein nicht gering zu schätzendes Risiko für Beide.
Der Aussteller unterzieht sich einer Bewertung, die – trotz der angekündigten Freiheit durch Nichtjurierung – stattfindet. Nämlich durch die des anspruchsvollen Kunstliebhabers und -betrachters.
Außerdem wird dem Besucher – da unbewertet, also nicht vorausgewählt – vorgegaukelt, alles somit als Kunst Deklarierte sei  als solche zu verstehen.
Auch hier gilt: Abwandern wirklicher Kunstkenner zugunsten von Dekorationsliebhabern via Erklären von Farbigem oder Geformtem zu Dekorationsmaterial und willkommenem Gestaltungselement von Raum und Stil, also dekorativem Anhängsel von room+style.
Der Anspruch der „Macher“ und „Ideenentwickler“ dieses Messe-Gesamtkonzepts (wonach man erstmals beide Messen mit einer Karte gleichzeitig besuchen kann) bleibt für mich fragwürdig.
Wer soll mit diesem Konzept angesprochen werden?
Die (wenigen) sehr guten Beiträge der Kunstmesse vermögen diesen Eindruck nicht wettzumachen.
Gespräche mit Künstler(inne)n aus Bayreuth, Kassel und Dresden verrieten aber, wie unterschiedlich die Intentionen waren Arbeiten auf der Messe zu zeigen. In den meisten Fällen geht es nicht um die Wahrnehmung von Kunst, sondern um Lebensunterhalt(ung).
Wenn der hiesige Künstlerbund von diesen Interessen Kunde hatte, ist der Rückzug aus der Messe mehr als verständlich und nachvollziehbar.
Eine Lösung wäre aus meiner Sicht die vollständige Annektierung der Kunstmesse in die Messe room+style ohne wörtliche Nennung. Denn Möglichkeiten Kunst zu präsentieren, gibt es in Dresden wahrlich bessere.

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Kommentare: 1
  • #1

    Lese-Cafe-Dresden (Dienstag, 06 März 2018 20:36)

    Ich war dabei. Kunstmesse Dresden und Auftakt, unerwartet mit einer aussergewöhnlichen Modenschau. Die Einschätzung der Blog-Inhaberin teile. Die Gespräche mit einzelnen Künstlern hinterliessen auch Nachdenklichkeit. Ich hoffe, die Kunstmesse findet eine Fortsetzung.